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Musikblog goes Love – Musik und Liebe

Was hat Musik mit Liebe zu tun? Ganz viel, denn Musik bedeutet Emotionen – und Liebe ist eine der intensivsten.

Nicht umsonst gibt es unzählige Love-Songs. Aber warum ist Liebe so ein populäres Thema in der Musik? Weil Liebe so viel mehr Gefühle beinhaltet: Schmerz, Sehnsucht, Hass, Zweifel, Zuneigung, Freundschaft… Unendliche Möglichkeiten für Songtexte oder Gesang, um nur zwei Beispiele zu nennen. Aus der Liebe entsteht oftmals die grösste Inspiration, Musik mit Seele.

Da Musik für mich einen so wichtigen Stellenwert in meinem Leben hat, beeinflusst sie auch andere Bereiche meines Lebens. Und zwar insofern, als dass es mein Inneres bewegt, mein Handeln und mein Denken. Ich bin ein Mensch, der einerseits sehr zum Nachdenken neigt. Also eher zum „Überanalysieren“ und Gedanken im Kreis drehen zu lassen. Andererseits ist mein Gefühlsleben sehr intensiv, man könnte also fast von einem „Ying & Yang“sprechen. So manches Mal befinden sich diese widersprüchlichen Seiten in einem ziemlichen Clinch, und blockieren sich gegenseitig.

Musikhören kann mir helfen, die Gefühle und Gedanken zu kanalisieren und zu ordnen. Die Melodie eines Songs kann beispielsweise in fünf Minuten all das zusammenfassen, was ich für einen Menschen empfinde. Was mir dann aber erst mein Hören des Songs bewusst wird. Wenn ich also eine schmerzhafte Emotion verspüre, weil ich den Verlust von einer Person betrauere, kann ich mit Musik dieses Gefühl ausleben. Ich bin einerseits dankbar, dass mir das möglich ist. Andererseits führt es gelegentlich auch dazu, eigentlich gute Songs nicht mehr anhören zu können, ohne gleich den damit assozierten Schmerz zu spüren. Und ich einen Song teilweise Jahre nicht mehr anhören konnte, weil es mich sonst überwältigt hätte.

Auch aus dem Grund habe ich lange Zeit einen Partner gesucht, mit dem ich dieselbe Leidenschaft für Musik teile. Einfach deshalb, weil er mit allergrösser Wahrscheinlichkeit eine ähnliche Gefühlswelt hat wie ich. Natürlich gehört mehr als nur derselbe Musikgeschmack dazu, sich ineinander zu verlieben. Dennoch bevorzugen viele Menschen bei der Partnerwahl jemanden mit ähnlichen Musikpräferenzen.

Ich durfte mein Leben für eine gewisse Zeit mit jemandem teilen, der teils genau die gleichen Bands mag wie ich. Es war toll, sich endlich intensiv mit jemandem darüber austauschen zu können, fühlte ich mich doch verstanden und nicht für „verrückt“ erklärt oder so.

Nun fehlt dieser Mensch. In allen Belangen. Geblieben sind viele mit Erinnerungen behaftete Songs. Dennoch konnte ich mit Musik wiederum den Schmerz rauslassen und ausleben.  Doch wie soll man je wieder so einen Seelenverwandten wiederfinden? Und muss derjenige wirklich haargenau denselben Musikgeschmack haben? Wie gesagt, man teilt ja eine ähnliche Gedanken- und Gefühlswelt, tickt ähnlich. Doch warum sollte jemand mit einem anderen Geschmack nicht dieselbe Lebenseinstellung wie du haben?

Es geht ja eigentlich um eine beinahe identische Ansicht zum Leben, zu 100 % ist das ja gar nicht möglich. Wäre auch ein wenig langweilig 😉 Und im Grunde ist es mir persönlich dann doch wichtiger, von meinem Partner etwas neues zu lernen, das mich weiterbringt in meinem Denken. Und er natürlich auch von mir! Also schlicht jemanden, mit dem man wachsen, den Horizont erweitern kann.

Ich bin für mich persönlich zu dem Schluss gekommen, dass derselbe Musikgeschmack sicher hilfreich ist, um sich besser kennen zu lernen. Eine Garantie für eine ewige Liebe ist das jedoch auch nicht. Auf Dauer müssen zwei Seelen sich einfach ergänzen und Verständnis für den anderen haben. Und eine gewisse Offenheit anderen Menschen gegenüber sehe ich dann doch eher als generellen Charakterzug, den man eben hat oder nicht. Nun, wenn die Musikvorlieben arg weit auseinander liegen, wie sagen wir mal, zwischen Volksmusik und Heavy Metal, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass man sich auch sonst wenig zu sagen hat 😉 Ist vielleicht nicht unmöglich, aber da muss schon eine andere grosse Gemeinsamkeit vorliegen, um DAS auszugleichen…!?

Die für mich schönsten „Love-Songs“ machen Anathema. Die sind ja gemeinhin für Ihre emotionale Musik bekannt. Dass Sie Lee Douglas als Sängerin dazu geholt haben, war da nur von Vorteil. Eben weil ihr Gesang mehr als gefühlvoll ist… Wieder einmal musste ich hin und her überlegen wegen der Wahl des Songs, da Anathema wirklich die Meister darin sind. Ich habe mich dazu entschieden, euch einen Song vom aktuellen Album „Back to the Start“ vorzustellen: „Endless Ways“. Ohne grosse Rezension, sondern einfach nur zur Rezeption ?

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