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Die Gästeliste – erstrebenswert oder nur was für Streber?

Kolumne Lebensgedanken Gästeliste Woman keeping her hands up

Vor einem Jahr bin ich unter die Musikblogger gegangen – immer auf der Suche nach neuer Musik, stets einen neuen Musiktipp zur Hand. Damit auf eine Gästeliste zu kommen, war da überhaupt nicht mein Ziel. “Die Gästeliste” – das war für mich immer etwas für VIPs wie Promis, hochkarätige Journalisten, etc. pp. Und nun? Dreimal dürft ihr raten… Ich habe meine ersten VIP-Gästelistenplätze ergattert! Nur: Macht mich das jetzt zu einem besseren oder schlechteren Musikliebhaber?

Nur um das vorneweg festzuhalten: Ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig, als ich die Plätze bekommen habe! Es war nicht nur einer, nein, gleich zwei! Jucheee! Erst kürzlich hatte ich zufällig gelesen, als Musikblogger könnte man auch mal Tickets gesponsert bekommen. Ach ja? Ernsthaft? Und wie geht das? Ganz ehrlich, ich frage es mich immer noch. Denn eigentlich tue ich nur, was ich gerne mache: Musik hören, über Musik schreiben, zu Konzerten gehen… Dass man dabei zwangsläufig quasi die Werbetrommel für Bands und Veranstalter trommelt – es geht gar nicht anders. Aber: Bekommen andere Werbemacher nicht was für ihr Werk? Hm, stimmt eigentlich.

Jedenfalls war ich stolz wie Bolle – hatte ich noch für eine recht bekannte Band (The Aristocrats – Konzertbericht hier) Gästelisten-Plätze erhalten. Nun ja, ich war skeptisch bis zuletzt, ob man meinen Namen auch wirklich auf der Liste finden würde. Ein “Sorry, ich kann Dich nicht finden” wäre dem innerlichen Zusammenbruch des berühmten Kartenhauses gleich gekommen. Doch nein, es hat funktioniert! “Ich sollte auf der Gästeliste stehen…*räusper*” Verdammt, kam ich mir elitär vor – und sowas von guuuuut… Und ohne schlechtes Gewissen konnte ich noch was trinken, was essen… Das sollte doch auch sonst drin liegen? Tja, wer sein knappes Budget regelmässig für Konzerttickets ausgibt, muss halt auf seinen Geldbeutel achten…

Was kann die Gästeliste so?

Eher zufällig bin ich auf folgenden Blogpost gestossen: “Kann Gästeliste glücklich machen?” Die Verfasserin war da bereits am Punkt angelangt, an dem sie offensichtlich mehr wie einmal auf der Gästeliste gelandet ist. Und/oder umsonst Tickets zugeschickt bekommen hat, weil sie gerne und oft auf Konzerte geht, sogar noch darüber schreibt. Klar, nach 10 Jahren Bloggen und hunderten von Konzerten kehrt wohl zwangsläufig so etwas wie Normalität ein. Kann ich nachvollziehen und ja, es hat sicher nicht nur Vorteile. So gibt die Blogautorin auch zu: Konzerte werden beliebig. Ist ja für umsonst. Ach und “abliefern” muss man ja auch noch: einen Konzertbericht, einen Instagram-Post, etc. pp. Das hat mir ein wenig zu denken gegeben.

Bild Gästeliste Hier könnte Dein Name stehen

No Risk, No Fun – Life of a Musicblogger

Was, wenn es bei mir auch mal soweit kommt? Wird Musik weniger spannend für mich sein? Werde ich gute Musik nicht mehr zu schätzen wissen? Schwer zu sagen – insbesondere, da ich bisher keine weiteren Konzerteintritte spendiert bekommen habe… Aber doch: Ich würde mich wieder mega-mässig freuen, und Konzerte mir sicher nicht so schnell gleichgültig werden. Über Musik  zu schreiben, ist letztlich immer noch mein Hobby, und nicht mein Beruf. Ich gehe zu Konzerten, die mich interessieren! Nichts graut mir mehr als eine Band oder einen Sänger, bei denen die Musik mich nicht im Geringsten anspricht. Passiert mir gelegentlich, wenn ich mich überreden lasse – meistens bereue ich es hinterher. Und die Minuten bis zum Ende des Konzis verstreichen unendlich langsam…

Doch auch bei Konzerten gilt: No risk, no fun. Zu den Aristocrats wäre ich zum Beispiel nicht gegangen, weil zu wenig gut gekannt, und zu wenig Budget für den Monat. Dank der Gästelisten-Plätze erlebte ich jedoch einen fantastischen, gar lustigen Abend, der mir sonst entgangen wäre! Deshalb: Ich freue mich darauf, was noch so kommt. Bis ich mich gar nicht mehr über freie Konzerttickets freuen kann, vergeht sicher noch `ne Weile. Ich blogge ja auch erst seit einem Jahr, theoretisch habe ich also noch 9 Jahre Zeit, um meine Meinung zu ändern.

Anbei ein Musikvideo von Radiohead, welches meinen inneren Freudentanz über die Free Tix veranschaulicht. Lay back and relax…

Radiohead – Lotus Flower

shaun-frankland / unsplash

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1 Kommentar

  1. Katharina
    1 Monat ago

    Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten +1 auf der Liste 🙂 Mach genau so weiter. So lange dein Herz mit dabei ist, ist jeder Gästelistenplatz etwas sehr Schönes und ich kann mir so gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast.

    Reply

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